SSD Performance & Kaufberatung

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Renner & Ladenhüter

Eine SSD ist heutzutage aus einem Computer nicht mehr wegzudenken, egal ob für Office-Aufgaben, zum Spielen oder professionelle Anwendungen. Liegen die Vorteile doch klar auf der Hand. Aber je weiter die Entwicklung voranschreitet, desto genauer muss man auch hinsehen, was man kauft, um nicht auf Ladenhüter reinzufallen oder ein total überdimensioniertes Produkt verkauft zu bekommen. Denn nicht nur die Technik ändert sich schnell, sondern auch das Preisgefüge.

In diesem Artikel wollen wir nicht auf die einzelnen Techniken eingehen, sondern wir wollen einen Kurzüberblick geben über die Entwicklungstrends und zeigen welche Performance je nach vorhandener Anschlusstechnik möglich aber auch sinnvoll ist. Im Abschluss werden wir je nach Anschlusskombination und Einsatzszenario eine Produktempfehlung abgeben.

Vorteile von SSDs

  • hohe Transferraten
  • kurze Zugriffszeiten, vor allem beim Lesen
  • niedrige Leistungsaufnahme
  • geräuschloser Betrieb
  • stoßunempfindlich

Entwicklungstrends & Herstellerauswahl

Der Trend geht bei Endverbraucherprodukten zu der Weiterentwicklung der TLC-Technik:

3D-TLC oder auch 3D-NAND-TLC heißt die Technik, die einen guten Kompromiss zwischen Performance und Preis bietet und sich dadurch auch am Markt durchsetzen wird. Als Vorreiter ist hier Samsung zu nennen, aber auch andere Hersteller wie Micron (Crucial), Western Digital (Sandisk) und Toshiba treiben die Technik voran.

Ein sehr wichtiger Punkt ist das verwendete Protokoll. AHCI ist hier zwar noch der Standard, aber dieser wird immer schneller durch NVMe abgelöst, da neue schnelle SSDs größtenteils nur noch auf NVMe mit M.2 -Formfaktor setzen. AHCI kommt hauptsächlich noch beim Formfaktor 2,5″ SATA und MSATA zum Einsatz. NVMe ermöglicht eine weitere große Steigerung der Performance (siehe Table unten), dabei muss das Protokoll aber sowohl von der SSD als auch von Ihrem Mainboard unterstützt werden. Man muss dazu allerdings dazu sagen, dass der Performance-Unterschied der extrem schnellen NVMe-SSDs bei Alltagsaufgaben kaum spürbar ist. Dieser macht sich hauptsächlich bei Kopiervorgängen von großen Dateien bemerkbar.

Die Qualität der Flash-Speicher ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Performance einer SSD. Daher sollte man bei der Auswahl eines Herstellers am besten einen Hersteller wählen, der Flash-Speicher aus der eigenen Produktion verwendet und somit eine gleichbleibende Qualität der Flash-Speicher garantiert: Samsung, Micron (Crucial), Western Digital (Sandisk), Toshiba und Hynix.

Anschlusstechnik von SSDs

Solid State Laufwerke gibt es in unterschiedlichsten Formfaktoren, die jeweils unterschiedliche Anschlüsse mitbringen (und intern wiederum unterschiedlich angebunden sein können). Zusätzlich gibt es SSDs im M.2 Formfaktor auch mit neuerem NVMe Protokoll, die den akutellen Stand der Technik darstellen. AHCI-SSDs mit M.2 (für PCIe) und AHCI-SSDs mit MSATA-Formfaktor sind derzeit quasi am Aussterben, obwohl sie sehr wohl eine Daseinsberechtigung haben aufgrund Ihrer Kompatibilität bei älteren Rechnern. Z.B. die sehr beliebte AHCI-Version der Samsung SSD SM951 für PCIe 3.0 X4 im M.2-Formfaktor ist leider nicht mehr erhältlich.

*Die nachfolgende Tabelle schlüsselt mögliche Kombinationen auf und gibt Ihnen ungefähre maximal-mögliche sequenzielle Durchsatzwerte in MB pro Sekunde an, damit Sie die zu erwartende Performance abschätzen können. Diese Werte sind als Richtwerte zu verstehen und können sich je nach eingesetzter Hardware unterscheiden.

FormfaktorBeschreibungAnbindungProtokollPerformance*
(Lesen/Schreiben)
2,5″ SATADer Standard mit 2,5″ Formfaktor, für PCs und Notebooks.Aktuelle PCs verfügen über eine SATA3 Schnittstelle, aber auch für PCs, die nur SATA2 beherrschen lohnt sich eine SSD.SATA2AHCI250 MB/s240 MB/s
SATA3AHCI550 MB/s500 MB/s
MSATAEin kleinerer Formfaktor, hauptsächlich für Notebooks konzipiert.SATA3AHCI550 MB/s500 MB/s
M.2 **Der MSATA-Nachfolge-Formfaktor in verschiedenen Längen. Hauptsächlich für Notebooks konzipiert. Findet aber auch Anwendung auf PC-Mainboards mit Standard-Formfaktoren ATX, MATX und ITX. Gängig sind aber auch PCIe-Adapterkarten für den M.2 Formfaktor für Mainboard ohne M.2-Slot.

Der Einsatz des schnellen NVMe-Protokolls erfordert eine Unterstützung des UEFI des Mainboards um von dem jeweiligen Solid-State-Laufwerk booten zu können.

SATA3AHCI550 MB/s500 MB/s
PCIe 2.0 X4AHCI1400 MB/s600 MB/s
PCIe 3.0 X4AHCI1900 MB/s1200 MB/s
PCIe 3.0 X4NVMe3300 MB/s2000 MB/s

**Wie man in der Tabelle sehen kann, kann der M.2 Anschluss auf Ihrem Computer sowohl SATA als auch PCI Express (PCIe) als Schnittstelle zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass M.2-SSDs nicht zwangsläufig schneller sind als herkömmliche 2,5-Zoll-SSDs mit Sata3-Schnittstelle. Tatsächlich sind viele der derzeit im Handel befindlichen M.2-SSDs auf SATA3 ausgelegt. Sie unterliegen damit den gleichen Tempolimits und bieten keinen Geschwindigkeitsvorteil.

Empfehlung:

Schnelle SSDs mit NVMe oder AHCI für PCIe 2.0 X4 und PCIe 3.0 X4, die den M.2 Slot des Mainboards nutzen oder mit einer PCIe-Adapterkarte angebunden sind, erreichen sehr hohe Transferraten. Den Unterschied zu einer normalen 2,5″ Sata SSD werden Sie nur bemerken, wenn Sie mit sehr großen Dateien arbeiten z.B. bei der Video – oder Fotobearbeitung. Für normale Alltagsaufgaben wie Surfen oder Office lohnen sich solche extrem schnellen SSDs nicht.

  1. Für ältere Rechner sollten Sie eine Standard SATA3 SSD mit 2,5″ wählen, selbst wenn der Computer nur SATA2 unterstützt (auch am SATA2 -Anschluss sind SSDs immer noch deutlich schneller als herkömmliche Festplatten). Für viele Nutzer sind diese SSDs ausreichend schnell und sie sind günstig zu haben.
  2. Wenn Sie einen leistungsfähigen Computer ohne NVMe-Unterstützung besitzen und eine ebenfalls leistungsstarke Aufrüst-Lösung suchen empfiehlt sich eine PCIe-Adapterkarte für den PCIe 2.0 oder PCIe 3.0 Anschluss in Kombination mit einer M.2 SSD mit AHCI Protokoll. Bei dieser Kombination sollten Sie aber auch eine aktuelle Windows-Version einsetzen.
  3. Wenn Sie bereit einen leistungsstarken Computer mit NVMe-Unterstützung besitzen haben Sie die volle Auswahl was die Performance betrifft. Extrem leistungsstark oder doch lieber eine günstige SATA3-SSD. Sollten Sie sich für eine NVMe-SSD im M.2 Format für Ihren Desktop-PC entscheiden, prüfen Sie wie der Onboard-M.2-Slot wirklich mit PCIe 3.0 X4 angebunden ist. Ansonsten empfiehlt sich der Einsatz einer PCIe-Adapterkarte. Wenn Probleme bei der Einrichtung als Boot-Laufwerk auftreten, sollten Sie prüfen ob der Hersteller des Mainboards eine aktualiserte UEFI-Version anbietet.

SSD-Kaufempfehlung

Einstiegsklasse mit AHCI

SK Hynix Canvas SL308

Transferraten von 560 MB/s lesend und über 460 MB/s schreibend (Herstellerangabe). Eine solide SSD für ältere Rechner mit SATA2 oder SATA3-Schnittstelle z.B. zur Aufrüstung von Office-Rechnern zum günstigen Preis.

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Mittelklasse mit AHCI

Samsung SSD 860 EVO

Die Referenz in der Mittelklasse mit Transferraten von 540 MB/s lesend und 520 MB/s schreibend und 97.000 IOPS. Der beste Kompromiss aus Leistung und Preis.

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Gehobene Mittelklasse mit AHCI

Samsung SSD 860 Pro

Transferraten über 550 MB/s lesend und über 520 MB/s schreibend und 100.000 IOPS. Schneller geht es über AHCI mit SATA3 aktuell nicht.

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Mittelklasse – MSATA mit AHCI

Samsung SSD 860 EVO MSATA

Die MSATA-Ausführung der Mittelklasse Referenz. Transferraten über 540 MB/s lesend und über 520 MB/s schreibend. Da der MSATA-Formfaktor am Aussterben ist, ist die MSATA 860 Evo praktisch konkurrenzlos.

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Leistungsstark mit AHCI

HyperX Predator SSD PCIe Gen2 x4

Transferraten von 1400 MB/s lesend und 600 MB/s schreibend. Das derzeit einzige bezahlbare schnelle AHCI Laufwerk im M.2-Formfaktor, welches direkt auf einer PCIe-Adapterkarte ausgeliefert wird.

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Leistungsstark mit NVMe

Samsung SSD 970 EVO

Die neue Referenz unter den NVMe-M.2-Laufwerken in Sachen Preisleistung. Transferraten von 3 GB/s lesend und 1,9 GB/s schreibend. Der goldene Mittelweg zwischen Preis und Performance.

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Königsklasse mit NVMe

Samsung SSD 970 PRO

Performance pur! Transferraten über 3,2 GB/s lesend und über 2 GB/s schreibend. Schneller geht es aktuell nicht.

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PCIe 3.0 X4 Adapter

kryoM.2 PCIe

Da schnelle M.2-NVMe-SSDs durch die hohen Transferraten sehr heiß werden können empfielt sich eine Adapterkarte für den PCIe-Slot mit passiver Kühlung.

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